25.02.2021

Kirsten Kohlhaw
Die Fragen stellt Kirsten Kohlhaw, Geschäftsmodell-Coach: www.kirsten-kohlhaw.de
Andreas Pirscher

Interview mit Andreas Pirscher, Geschäftsführer der FlowRow GmbH

Andreas, Du bist vor zwei Jahren aus Deiner Erwerbsbiografie als leitender Ingenieur ausgeschert und hast mit dem FlowRow Board eine echte Produktinnovation geschaffen. Wie kamst Du auf die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Der Ausgangspunkt war eine konkrete Geschäftsidee, nämlich, wie ich das Indoor-Rudertraining spannender und attraktiver für den Fitness-Mainstream machen könnte. Ich bin selbst seit 40 Jahren begeisterter Ruderer und habe früher nebenberuflich als Trainer im Leistungssport gearbeitet.

Dazu kam, dass ich den Entrepreneur in mir schon sehr lange wahrnehme. Ich habe lange nicht auf ihn gehört, und nach meinem Studium und meiner Promotion im Bereich Maschinenbau eine berufliche Perspektive in großen Unternehmen gesehen. Hat gut geklappt, immerhin habe ich in zwei verschiedenen großen Firmen insgesamt 20 Jahre in leitenden Positionen gearbeitet (lacht). Das waren wichtige Jahre und eine tolle Zeit. Meinen unternehmerischen Drang ausleben konnte ich dort, in dem was ich gemacht habe, aber nicht. Daher war es für mich jetzt der nächste logische Schritt, aus meiner Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln und mein eigenes Unternehmen zu gründen.

Welche Erfahrungen aus Deiner bisherigen Berufslaufbahn waren bei der Gründung nützlich und welche Herausforderungen waren neu?

Nützlich für den Kontext der eigenen Gründung sind natürlich meine bisherigen Erfahrungen als Sportcoach. Aber auch das Business Coaching hat mir geholfen. Hier habe ich berufsbegleitend eine Zusatzausbildung gemacht und viele Einblicke gewonnen, die auch in das Angebot von FlowRow einfließen. Dass ich mich mit technologischen Innovationen beschäftigte, hilft mir natürlich, digitale Elemente und Werkzeuge besser zu verstehen und entsprechend in mein Geschäftsmodell zu implementieren. Die jahrelange Erfahrung im Aufbau und in der Pflege internationaler Geschäftsbeziehungen sind ebenso hilfreich wie die Tatsache, dass ich Komplexität als sportliche Herausforderung annehmen kann und mit meiner Lebenserfahrung zu verbinden weiß.

Was ich als Arbeitnehmer nicht hatte und womit ich als Gründer neu umzugehen lerne, ist Ungewissheit. Gerade in der Frühphase einer Unternehmensgründung, vor allem wenn – wie bei FlowRow – eine Produktinnovation im Zentrum steht, gibt es vieles, das sich nicht im herkömmlichen Sinne planen lässt. Das ist nicht immer schön, wird aber auch dadurch aufgewogen, dass ich als Gründer im Einklang mit meinen Werten leben und arbeiten kann.

Ideenskizzen in Geschäftsmodelle zu übersetzen, aus verschiedensten Perspektiven betrachten und einzelne Annahmen Schritt für Schritt zu testen, war definitiv Neuland. Dazu gehört auch, dass ich als Gründer natürlich unbedingt an «mein Baby» glaube, meine Ideen aber in jedem Moment natürlich zuerst aus der Kundenperspektive betrachten will. Schließlich ist mir wichtig, die tatsächlichen Wünsche an ein abwechslungsreiches, interessantes und wirksames Rudertraining über FlowRow optimal abzubilden.

Was genau ist das FlowRow Board – und für wen ist es?

Das FlowRow Board besteht aus zwei flexiblen Untersätzen, die Du für dein Rudergerät als Zubehörteil kaufen kannst. Dieses Zubehörteil haben wir inzwischen schon für verschiedene Rudergeräte entwickelt und es sorgt dafür, dass dein Rudergerät sich seitlich bewegen kann. Du trainierst somit während des Ruder-Workouts deine Balance-Fähigkeiten und deine Tiefenmuskulatur. Das FlowRow Board gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und es macht das Indoor-Rudertraining für jeden vom Anfänger bis zum Leistungssportler spannender und effektiver.

Warum hast Du zu dem physischen Produkt auch eine App entwickelt?

Die Ruderbewegung ist relativ komplex und daher schwierig zu erlernen. Gleichzeitig ist das Rudern eine eher monotone Sportart. Das unterschätzen viele, die sich ein Rudergerät kaufen und dann irgendwann feststellen, dass dieses Sportgerät nur noch als Staubfänger dient. Die FlowRow App bringt Abwechslung in die Ruderbewegung, bricht die Monotonie auf und holt somit zusammen mit dem FlowRow Board das Rudergerät wieder zurück vom Staubfänger zum Sportgerät.

Unser Coaching-Konzept setzt dabei auf natürliches Lernen und verzichtet weitgehend auf Instruktionen. Eine zentrale Rolle spielt bei den FlowRow Workouts das Rudern im Beat der Musik. Die Musik wird also nicht als Hintergrundgeräusch verwendet, sondern ist ein zentraler Bestandteil des Workouts.

Spannend! Die Trainings-Videos, die ich bisher von Dir gesehen habe, transportieren auch ganz viel Schwung und Spaß an der Sache. Was steht denn als nächstes an?

Das FlowRow Board hat bereits den Weg in viele Haushalte und Ruder-Vereine gefunden, die Rückmeldungen auf das Produkt sind bisher sehr positiv, was mich natürlich riesig freut.

Die Covid-19 Pandemie hat auch in meinem Fall einige Vorhaben verzögert. Sobald es wieder möglich ist, möchte ich das FlowRow Board und das FlowRow Workout endlich auch in Fitness-Studios erfahrbar machen.

Darüber hinaus sind weitere Varianten des FlowRow Boards in der Entwicklung für weitere Rudergeräte. Dazu kommen weitere zusätzliche Features, die die Ruderbewegung noch spannender machen.

Parallel dazu arbeiten wir an einem PaddleFlow, dem Pendant zum FlowRow Board für Paddel-Ergometer.

Danke, Andreas, für die spannenden Einblicke! Weiterhin alles Gute für Deine Unternehmung, und dass Du bald ungebremst weiter durchstarten kannst.



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